1.)
Ergebnisse Prüfstandergebnisse
Vorwort
Dieser Test dient nicht dazu zwischen guten oder schlechten
Prüfständen zu unterscheiden oder herauszufinden welcher
Prüfstand der "beste" ist. Speziell nach diesem Test
vertreten wir die Ansicht, das jedes Prüfstandergebnis seine
Berechtigung hat, allerdings aufgrund unterschiedlicher Messmethoden,
Softwareimplementierungen der Hersteller oder Abweichenden Umgebungsbedingungen
jeder Prüfstand teilweise gravierend unterschiedliche Ergebnisse
ausgibt. Dies gilt auch und insbesondere bei identischen Fahrzeugen
und Setups.
Versuchsbedingungen
Um möglichst vergleichbare Daten zu erhalten, wurden Umgebungsbedingungen
sowie das zu messende Fahrzeug möglichst konstant gehalten.
MAHA LPS3000
Temperatur: 30°C
Luftfeuchtigkeit: 34%
Luftdruck: 967mbar
DynoJet
Temperatur: 23°C
Luftfeuchitgkeit: 28%
Luftdruck: 970mbar
Auswirkung der Umgebungsbedingungen
Aufgrund der Lufttemperatur ist eine
um ca. 2% höhere Motorleistung (Faustformel) auf der DynoJet
Messung zu erwarten. Leider liegt uns keine exakte Ansauglufttemperaturmessung
der MAHA LPS3000 Messung vor, die geringere Leistung dieser Messung
könnte durch falsche Konditionierung bzw. einen aufgeheizten
LLK zusätzlich verschlechtert werden. Um die Leistungsdifferenz
aber durch einen überhitzten Ladeluftkühler auszugleichen,
müsste die Ansauglufttemperatur mindestens 37°C - 83°C
wärmer gewesen sein als bei der DynoJet messung. Dies ist aber
aufgrund des effizienten LLK's eigentlich in diesem Umfang kaum
möglich.
Der andere Luftdruck hat bei einem Turbofahrzeug keinerlei Auswirkungen
da der Saugrohrdruck durch das Wastegate des Turboladers auf den
identischen Absolutdruck geregelt wird und somit die Motorlast bei
beiden Umgebungsluftdrücken identisch ist. Selbst wenn man
den Luftdruck in die Luftmassenberechnung mit einbezieht, würde
die Leistungsdifferenz durch den geänderten Luftdruck <1%
liegen.
Die Luftfeuchtigkeit hat nahezu keinen Einfluß auf die ausgegebene
Leistung. Konservativ kann man die Messabweichung aber mit 1% annehmen.
Versuchsauswertung

(Weitere Tests mit anderen Prüfständen
folgen!)

Fazit
Obwohl die Aussenbedingungen so gut wie möglich identisch
gehalten wurden und es sich um das identische Fahrzeug mit identischem
Setup handelte, ergeben sich Messabweichungen für dieses Fahrzeug
je nach Drehzahl zwischen 11% - 24%. Nimmt man die Messabweichung
aufgrund der unterschiedlichen Umgebungsbedingungen hinzu, ergibt
sich eine Nettoabweichung zwischen
7% - 21% !!!
Umgerechnet auf die Gesamtleistung des Fahrzeugs, ergibt sich somit
eine Messungenauigkeit zwischen den beiden verglichenen Prüfständen
von ca. 65 PS-Radleistung. Jegliche Beurteilung einer evtl. Leistungssteigerung
auf einem anderen Prüfstand die kleiner als 65 PS-Radleistung
beträgt, ist also im Grunde nicht erfassbar.
Diese Ergebnisse sind wohlgemerkt nicht
representativ, verdeutlichen aber die Anfälligkeit von Rollenprüfständen
(egal aus welchen Gründen). Bei Saugmotoren dürfte die
Differenz geringer ausfallen, da hier die Ladelulftkühlung
keine so wesentliche Rolle spielt und es somit einfacher ist die
äusseren Betriebsbedingungen gleich zu halten.
Daraus ergeben sich für uns folgende
Fakten:
- Leistungsfortschritte nach Modifikationen am
Setup sind immer nur auf einem Prüfstand vergleichbar.
- Vergleiche von unterschiedlichen Fahrzeugen,
die auf unterschiedlichen Prüfständen gemessen wurden
sind technisch NICHT möglich bzw. ergeben aufgrund der
massiven Schwankungen überhaupt keinen Sinn. Die Messung
mit der optimistischsten Messmethode wird immer bevorzugt!
- Aussenbedingungen müssen immer konstant
gehalten werden um unnötige Schwankungen der Berechnung
möglichst zu eliminieren. Gerade bei Turbofahrzeugen ist
eine Korrektur hier eher schädlich als nützlich im
Sinne eines sinvollen Vergleichs.
- Um unnötige Korrekturabweichungen zu vermeiden
MUSS immer die Radleistung verglichen werden. Die Hochrechnung
von Motorleistung mit festen Faktoren oder Schleppleistungsmessungen
hat niemals die nötige Präzision um damit auf echte
Motorleistung schließen zu können und die Ergebnisse
gegen Serienherstellerangaben zu vergleichen! Jegliche Umformung
oder Umrechnung bzw. Korrektur der Rohmessdaten ergibt zusätzliches
Fehlerpotential.
- Wesentlich aussagekräftiger für einen
Fahrzeug zu Fahrzeugvergleich sind Beschleunigungs- bzw. Elastizitätswerte
unter identischen Bedingungen (Wetter, Straße) z.B. Beschleunigungszeit
von 100-200km/h oder 60-140km/h
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